Abschaffung des Abschichtens in NRW? Jetzt heißt es „Zeichen setzen“

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Setzt ein Zeichen auf der Demonstration am 06. November in Düsseldorf

Der 9. November 2017 – ein Datum, das für viele Jurastudierende erhebliche Veränderungen bedeuten könnte. Und dabei geht es nicht um eine Examensklausur oder eine mündliche Prüfung. Es geht um das juristische Studium im Allgemeinen und Privilegien nordrheinwestfälischer Studierender im Speziellen. Denn diese könnte es bald so nicht mehr geben.
Der Bericht des Ausschusses der Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister zur Koordinierung der Juristenausbildung lässt erahnen, was an diesem 09. November auf dem Spiel steht.

Vorteile abschaffen im Auftrag der Vereinheitlichung

Im Rahmen der Justizministerkonferenz soll entschieden werden, inwiefern das juristische Studium Verbesserungspotential hat und welche Maßnahmen zu einer Vereinheitlichung ergriffen werden müssen.
Nachdem wir schon über die mögliche Abwertung des Schwerpunktbereichs berichtet haben, wollen wir einen Blick auf Nordrhein-Westfalen werfen.
Die Landesfachschaft Jura NRW setzt sich als erste landesweite Vertretung für die Interessen ihrer Studierenden ein. Für Studierende aus NRW könnte es gravierende Änderungen geben. Deswegen ruft die Landesfachschaft dazu auf, sich ihr anzuschließen und am 06.11. um 15 Uhr vor dem Justizministerium in Düsseldorf mit ihr zu demonstrieren.
Hier könnt ihr außerdem die Petition der Landesfachschaft unterschreiben.

Was sich im Rahmen der Justizministerkonferenz ändern könnte, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

Abschaffung des doppelten Abschichtens

Nordrhein-Westfalen ist bisher das einzige Bundesland, in dem doppeltes Abschichten möglich ist. Sprich: Wer sich rechtzeitig für das Examen anmeldet, kann über drei Termine die Prüfungen der einzelnen Rechtsgebiete legen. Die Landesfachschaft ist eng mit der Bundesfachschaft vernetzt. Sie kann daher die Bestrebungen, eine Vereinheitlichung des juristischen Studiums zu erreichen, gut nachvollziehen und verfolgt dieses Ziel ebenso. Trotzdem kann im Namen einer Vereinheitlichung nicht das Abschaffen von Vorteilen und Erleichterungen erfolgen. Das Abschichten bietet nicht nur die Möglichkeit, einmal ins Examen „reinzuschnuppern“, es entlastet physisch und psychisch. Dass dadurch die Chancengleichheit negativ beeinflusst wird, ist nicht erwiesen. Schließlich hat jeder Jurastudierende in NRW die Möglichkeit das Abschichten im Rahmen des Freischusses zu nutzen. Auf Landesebene ist deswegen von einer Chancengleichheit auszugehen.
Für eine bundesweite Vereinheitlichung sollte nicht drohend nach NRW geblickt werden, wo das JAG fortschrittlich diese Chance bietet, sondern nach Möglichkeiten gesucht werden, deutschlandweit ein Abschichten zu ermöglichen.

Abwertung der Mündlichen Prüfung

Die Mündliche Prüfung bietet vielen Studierenden die Möglichkeit, ihre Examensnote aufzubessern und mündliche Kompetenzen zu zeigen. Das zeigt auch die Zulassungsgrenze von 21 Punkten (3,5 im Schnitt), die von der Landesfachschaft befürwortet wird. Mit der Wertung von 40 % liegt die Bedeutung der Mündlichen hierzulande im oberen Bereich.
Ein wichtiges Zeichen – wie die Landesfachschaft findet. Mündliche Kompetenz ist in der Arbeitswelt – aber auch schon im Referendariat – von primärer Bedeutung.Im Studium kommt die Förderung aber oft zu kurz. Deswegen sind gerade der Aktenvortrag und der Aufbau der Mündlichen Prüfung in NRW beispielhaft. Für eine Änderung, geschweige denn für eine Abwertung gibt es keinen sachlichen Grund.

Abwertung des Schwerpunktbereichs

Viele werden schon von den Plänen gelesen haben, dass die Wertigkeit des Schwerpunkts von 30 auf 20 Prozent herabgesetzt werden soll. Außerdem soll der Umfang entsprechend reduziert werden. Argument ist wieder einmal die mangelnde Vergleichbarkeit und die darauffolgende Praxis vieler Arbeitgeber, den Schwerpunkt aus der Gesamtnote rauszurechnen.
Der Landesfachschaft zufolge ist das die falsche Stellschraube. Vergleichbarkeit schafft man nicht, indem man den Einfluss der Leistungen im Schwerpunkt verringert, sondern indem man an der Vergleichbarkeit arbeitet. Durch eine Herabsetzung der Wertigkeit wird das eigentliche Problem ignoriert. Ansatzpunkt sollten die Fakultäten sein, Prüfungsmodi müssen untereinander angepasst werden und eine Vergleichbarkeit zunächst auf Fakultäts- später auf Landesebene und dann bundesweit geschaffen werden. Wissenschaftlichkeit und Individualisierung im Studium sind wichtige Bestandteile, was sich auch entsprechend in der Endnote niederschlagen sollte.

Demonstration der Landesfachschaft vor dem Justizministerium

ÜBERLASSE DEINE MÜNDLICHE PRÜFUNG NICHT DEM ZUFALL!

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Der letztgenannte Punkt ist natürlich kein NRW-spezifisches Problem. Die ersten beiden schon.
Deswegen ist es wichtig, dass diejenigen, die davon betroffen sind, ihre Position deutlich machen und nach außen tragen. Unterschreibt dazu die Petition der Landesfachschaft und kommt am 06.11. um 15 Uhr zum Justizministerium in Düsseldorf, um ein Zeichen zu setzen. Wir zählen auf euch.
Weiter Infos findet ihr unter www.landesfachschaft.de oder auf der Facebookseite der Landesfachschaft. Wer Interesse an einer Fahrgemeinschaft hat oder nicht alleine anreisen will, kann gerne Kontakt zur Landesfachschaft aufnehmen. Jede Stimme zählt!