Anmeldung und Einstieg Referendariat

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Was sollte ich beim Einstieg ins Referendariat alles beachten?

Im Bezug auf den Einstieg ins Referendariat sind einige Dinge zu beachten. Neben der Wahl des richtigen Bundeslandes bzw. Gerichtsbezirks, über die Zusammenstellung der wichtigsten Unterlagen bis hin zur Ausstattung mit Kommentaren und der richtigen (fachlichen) Vorbereitung. Dieser Beitrag soll einen kurzen Überblick über die wichtigsten Punkte geben.

„Wohin soll‘s gehen?“

Hurra, das erste Staatsexamen ist geschafft. Und jetzt? Egal, ob du sofort loslegen willst, du erstmal eine Auszeit brauchst, dir einen Job suchst, promovierst oder deinen LL.M. machst: Viele möchten irgendwann ins Referendariat starten, um dem Ziel „Volljurist“ ein Stück näher zu kommen. Wenn die grundsätzliche Entscheidung „REFERENDARIAT JA“ gefallen ist, sollte man sich zunächst eine grundsätzlich, recht profane, aber doch entscheidende Frage stellen: Wo möchte ich eigentlich in den nächsten Monaten und Jahren leben und arbeiten? Denn schließlich stehen insgesamt 16 Bundesländer und in diesen wieder mehrere Gerichtsbezirke zur Auswahl.

Zum einen sollte man eigene regionale Präferenzen mit einbeziehen: Bin ich ich mehr der Strand-Typ oder ist mir ein Skigebiet vor der Haustüren wichtig? Wo wohnen meine Familie und Freunde? Zum anderen sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es Unterschiede in der Ausbildung selbst gibt. Die wichtigsten zu beachtenden Kriterien sind: Dauer der Ausbildung, Einstellungshäufigkeit und -kriterien, Höhe der gezahlten Unterhaltsbeihilfe und die Examensklausuren selbst.<br>

Anmeldung zum Referendariat -Anforderungen und Formalia

Bundesweite Anforderungen

Im Wesentlichen sind bundeslandunabhängig folgende Formalia und Dokumente zur Anmeldung erforderlich:

  • einen Lebenslauf (zumeist tabellarisch; vereinzelt handschriftlich oder als Fließtext)
  • eine beglaubigte Kopie über das Bestehen des ersten Staatsexamens
  • aktuelle Passfotos
  • Polizeiliches Führungszeugnis
  • Erklärung zum Gesundheitszustand, eurem Einkommen, Nebentätigkeiten, Familienstand und einem etwaigen Zweitstudium
  • Verschwiegenheits- und Datenschutzerklärung.

In der Regel findet ihr weiteres dazu auf den Internetseiten der jeweiligen Referendarabteilungen. Dort könnt ihr euch auch entsprechende Vordrucke und Formulare herunterladen.

Besonderheiten in den einzelnen Bundesländern

Unterlagen, die hingegen nicht überall gefordert werden, sind:

  • eine beglaubigte Kopie des Abiturzeugnisses
  • eine aktuelle Meldebescheinigung (Hessen und Brandenburg)
  • eine Kopie des Personalausweises oder Reisepasses (Hamburg, Bayern, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen)
  • eine Exmatrikulationsbescheinigung für das Jurastudium (Sachsen)
  • ggf. Nachweis über den Freischuss.
ÜBERLASSE DEINE MÜNDLICHE PRÜFUNG NICHT DEM ZUFALL!

Jederzeit könnt ihr euch auch über die Homepage des für euren Wunschbezirk zuständigen OLGs oder den Landesjustizprüfungsämtern informieren.

Wie bereite ich mich auf das Referendariat vor?

Um die Wartezeit zwischen Anmeldung und Einstellung sinnvoll zu überbrücken, sollte man die wichtigsten Basics des materiellen sowie Prozessrechts wiederholen. Abzuraten ist hingegen davon, den Stoff des Referendariats auf eigene Faust zu lernen. Denn das erwarten weder eure AG-Leiter oder Praxisausbilder von euch und birgt zum anderen die Gefahr, nicht die richtigen Schwerpunkte zu setzen oder sogar etwas falsches zu lernen. Sich mit dem Urteilsstil sowie ein paar anderen Grundlagen auseinander zu setzen, kann hingegen nicht schaden. Einen guten Überblick erhaltet ihr etwa im Iurratio Ref Guide. Auch über die zugelassenen Kommentare kann man sich bereits informieren. Diese jedoch direkt zu kaufen ist nicht notwendig. Vielmehr reicht zunächst, diese in der Bibliothek auszuleihen oder vor Ort zu nutzen. Für die einzelnen Stationen und die Übungsklausuren reicht dann später der Kauf gebrauchter (Vor-) Auflagen.

Die ersten Tage und Wochen

Am Anfang des Referendariats findet ein ca. einmonatiger Einführungslehrgang statt. Dort werden einige grundlegende Dinge geklärt und ihr erhaltet eure Referendarausweise. Im folgenden werdet ihr dann regelmäßig an den Arbeitsgemeinschaften teilnehmen, die alle Bundesländer begleitend zur praktischen Ausbildung anbieten. Dort wird der examensrelevante Stoff erarbeitet. Auch Aktenvorträge werden geübt sowie regelmäßig Probeklausuren geschrieben. Meist verlaufen die Praxisausbildung und die AG thematisch parallel.

Fazit

Nach diesem kurzen Überblick steht eurem Start in das Referendariat nichts mehr entgegen. Wir wünschen allen viel Spaß und viel Erfolg für den neuen Abschnitt!


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