Arbeiten ohne 2. Staatsexamen – Welche Möglichkeiten gibt es?

Selbst wenn man viel gelernt hat, kann es passieren, dass man durch das 2. Staatsexamen fällt. Was es jetzt für Optionen gibt und welche davon Sinn machen.

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Selbst wenn man noch so viel gelernt hat, es kann doch passieren: Durch das 2. Staatsexamen durchgefallen. Und das, obwohl man bereits ein erfolgreiches Studium, bestandenes 1. Staatsexamen und ein absolviertes Referendariat in der Tasche hat. Was es jetzt für weitere Optionen gibt und welche davon Sinn machen, haben wir für euch aufgelistet.

Zunächst muss eine grundlegende Entscheidung getroffen werden: Will ich den juristischen Bereich weiterhin beibehalten oder will ich mich lieber umorientieren? Für wen das Jurastudium generell ein Fehler war und wer eher deshalb durch die Prüfungen gefallen ist, weil es an Ehrgeiz und Motivation mangelte, dem fällt das Loslassen nicht schwer. Andererseits muss man sich auch der Tatsache stellen, dass die letzten Jahre, die oft mit vielen Anstrengungen verbunden waren, mehr oder weniger verschwendet waren, wenn man sich einem völlig anderen Bereich widmen möchte.

Juristen mit dem 1. Staatsexamen heißen Diplomjuristen und auch für diese gibt es einen Markt. Die Frage ist, ob man direkt in einen Beruf einsteigen oder sich zunächst weiterbilden möchte.

1. Option: Direkter Berufseinstieg

Wer sich für einen direkten Berufseinstieg entscheidet, kann verschiedene Ziele anstreben. Vor allem im öffentlichen gehobenen Dienst gibt es Stellen, die häufig mit Diplomjuristen besetzt werden, zum Beispiel in Jobcentern und im Polizeiapparat. Der Nachteil hier ist allerdings, dass einem ohne das 2. Staatsexamen die Aufstiegsmöglichkeiten fehlen.

Weiterhin bieten sich in der freien Wirtschaft einige Möglichkeiten. Versicherungen, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, Unternehmensberatungen und Rechtsabteilungen suchen oft juristische Sachbearbeiter.

2. Option: Berufliche Weiterbildung

Im Bereich der beruflichen Weiterbildung gibt es für Interessierte eine breite Palette an Angeboten. Zum einen kann man ein Bachelor- oder Masterstudium an einer Fachhochschule aufnehmen, die auf bestimmte Rechtsgebiete zugeschnitten ist. Hierfür hat ein Jurastudent oft bereits viele anrechenbare Leistungen erbracht, wodurch die erneute Studienzeit verringert und dennoch ein akademischer juristischer Abschluss erzielt werden kann.
Eine weitere Option wäre ein Studiengang im Ausland, wie beispielsweise der LL.M, der auf dem 1. Staatsexamen aufbaut.
Wer sich bereits gegen eine weitere universitäre Laufbahn entschieden hat, der kann eine Ausbildung zu verwandten Berufen ergreifen, zum Beispiel als Steuerberater, Rechtsanwaltsgehilfe oder in der Rechtspflege beim Staat. Für Letzteres wird jedoch auch wieder ein Studium benötigt und die Plätze sind sehr begehrt.

3. Option: Kombination Berufseinstieg und Weiterbildung

ÜBERLASSE DEINE MÜNDLICHE PRÜFUNG NICHT DEM ZUFALL!

Besonders in der freien Wirtschaft kann man bei guten Arbeitsleistungen nebenher noch ein Studium absolvieren, bei dem die Kosten meistens vom Arbeitnehmer übernommen werden. Dieser Weg ist jedoch oft anstrengend und erfordert viel Disziplin.

Generell ist ein Scheitern im zweiten Staatsexamen natürlich alles andere als angenehm, gleichzeitig aber auch bei Weitem nicht das Ende einer Karriere im juristischen Bereich. Wichtig ist es nun, Eigeninitiative zu zeigen, bereit zu sein, etwaige Umwege zu gehen und auch mehr als nur das Nötigste zu tun. Eine neue Chance gibt es immer, sie muss nur genutzt werden.


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