Berufsspecial: Karriere im Arbeitsrecht

Hier findet Ihr unser Berufsspecial für den Bereich „Arbeitsrecht“ mit umfassenden Informationen zum Tätigkeitsbereich und zu den Aus- und Weiterbildungsangeboten. Anhand von Urteilen aus der Rechtsprechung, sowie Fachbeiträgen mit Bezügen zum Arbeitsrecht, werden wir zudem den Berufsalltag eines Rechtsanwalts in diesem Bereich beleuchten.

Außerdem haben wir für Euch die Berufschancen als Jurist im Bereich „Arbeitsrecht“ untersucht, Interviews mit juristischen Arbeitgebern geführt und Erfahrungsberichte von Praktikern im Arbeitsrecht gesammelt.

Die Praxis für den Arbeitsrechtler

Juristische Kreativität im Arbeitsrecht entfalten

Kreativität und Recht. Obgleich es sich wie ein Paradoxon anhört, ist diese Paarung im Arbeitsrecht willkommen.

Neben den „klassischen“ juristischen Fertigkeiten und der Grundlagenarbeit erfordert das Arbeitsrecht nicht selten ein hohes Maß an juristischer Kreativität.

Geschuldet ist dies den stetigen Entwicklungen in dem Rechtsgebiet. Die Arbeit als Arbeitsrechtler ist vielseitig und dadurch geprägt, dass der Gesetzgeber des Öfteren Änderungen im Arbeitsrecht vornimmt oder das Arbeitsrecht betreffende Teilgebiete reformiert. Dies bedeutet zweierlei: zum einen muss der Arbeitsrechtler immerzu auf der Hut sein und jede Gesetzesreform aufmerksam verfolgen, um diese in seine Beratung eingliedern zu können. Zum anderen muss er in der Lage sein die Änderungen einfach und verständlich darzustellen und die Konsequenzen dieser den Parteien zu vermitteln.

Individual- und Kollektivarbeitsrecht

Untergliedert wird der facettenreiche Bereich in die Gebiete des Individual- und Kollektivarbeitsrecht. Während das Individualarbeitsrecht die Verhältnisse zwischen dem einzelnen Arbeitnehmer und dem einzelnen Arbeitgeber regelt, befasst sich das Kollektivarbeitsrecht mit all den arbeitsrechtlichen Angelegenheiten, die die Arbeitnehmer als Gruppe betreffen. An dieser Stelle werden die Gewerkschaften benötigt, welche die Arbeitnehmer in ihren Belangen unterstützen und damit den Arbeitgebern als Vertragspartner gegenüber stehen.

Folglich beschränkt sich die Tätigkeit eines Arbeitsrechtlers nicht nur auf die eines Einzelanwalts oder die Arbeit in einer Großkanzlei. Vielmehr sind auch Spezialisten in Gewerkschaften und Verbänden gefragt, die sowohl auf Arbeitgeber – als auch auf Arbeitnehmerseite tätig werden können, sodass sich eine Bandreite an Möglichkeiten für den Arbeitsrechtler bietet.

Neben der anwaltlichen Tätigkeit, werden auch Vorträge zu Gesetzesänderungen abverlangt. Dies setzt ein gewisses rhetorisches Können voraus. Letztlich besteht natürlich auch die Möglichkeit an Tarifverhandlungen beratend oder aber auch selbst verhandelnd teilzunehmen. Für die Schlagzeilen und Nachrichten des nächsten Tages sorgt man dann vielleicht sogar selber!

Wenn also mal wieder im Büro gemobbt wird, ausnahmsweise die Piloten streiken oder aber der Gesetzgeber korrigierende Federstriche vornimmt, werden sie gebraucht – die Arbeitsrechtler.

Berufsaussichten im Arbeitsrecht – Was sind meine Möglichkeiten?

Mit einer Spezialisierung im Arbeitsrecht ist man sowohl bei wirtschaftsrechtlich ausgerichteten Großkanzleien gefragt – da diese regelmäßig eine arbeitsrechtliche Abteilung haben – als auch bei mittelständischen Kanzleien und sogenannten Boutiquen. Nicht selten sind auch Personalabteilungen der Unternehmen auf arbeitsrechtliche Kenntnisse angewiesen. Mit ein wenig zusätzlichem Know-how im Bereich der Personalwirtschaft, wird ein Arbeitsrechtler auch dort Fuß fassen können. Auch bietet die Tätigkeit als Verbandsjurist attraktive Möglichkeiten bei Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften. Ausgeprägtes Verhandlungsgeschick und rhetorische Fertigkeiten gehören dort zum Alltag. Nicht zu vergessen ist natürlich die Arbeits- und Sozialgerichtsbarkeit als besonders gefragtes Betätigungsfeld im öffentlichen Dienst.

Es lohnt sich!

Die Vertiefung im Arbeitsrecht ist insbesondere aufgrund der großen Reichweite des Rechtsgebiets von Kündigungen bis hin zu Diskriminierungsklagen oder Auseinandersetzungen mit Betriebsräten lohnenswert. Die Verdienstmöglichkeiten als Fachwanwalt im Arbeitsrecht sind darüber hinaus verhältnismäßig gut, so die Studie des Soldan Instituts für Anwaltsmanagement (https://www.lto.de/recht/nachrichten/n/studie-fachanwaelte-verdienen-besser/). Grund dafür soll zum einen die eintretende Routine etwa bei Kündigungsklagen sein und zum anderen die Streitwerte. Diese liegen regelmäßig bei drei Monatsgehältern. Auch kommt es den Anwälten zu Gute, dass sie Ihre Rechnungen auf direktem Wege an die Unternehmen leiten können, folglich selten Probleme hinsichtlich der Solvenz bestehen.

Empfohlene Arbeitgeber im Arbeitsrecht

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Aus- und Weiterbildung

Fachanwalt im Arbeitsrecht

Der beliebteste unter den Fachanwaltstiteln ist, wie auch eine Erhebung der Bundesrechtsanwaltskammer aufzeigt, der des Fachanwalts im Arbeitsrecht. Der Reiz für die Spezialisierung in diesem Bereich liegt unter anderem an den lukrativen Verdiensmöglichkeiten und der schnell angeeigneten Routine hinsichtlich arbeitsrechtlicher Problemfelder. Wie zB. der Bearbeitung von Kündigungschutzklagen.

Die zuständige Rechtsanwaltskammer, der der Rechtsanwalt/die Rechtsanwältin angehört verleiht nach Maßgabe der Fachanwaltsordnung (FAO) die Berechtigung zum Führen der Fachanwaltsbezeichnung. Voraussetzungen für diese Verleihung sind:

        • dreijährige Zulassung und Tätigkeit innerhalb der letzten sechs Jahre vor Antragstellung (§3 FAO)
        • Antragstellung bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer (§22 FAO)
        • Nachweis besonderer Theoretischer Kenntnisse (§§ 4, 4a und 6 FAO)
        • Nachweis besonderer praktischer Erfahrungen (§§ 5, 6 FAO)

Rhetorik-Kurse

Neben den klassischen Fortbildungswegen, sollten allerdings Rhetorik-Kurse in Anspruch genommen werden. Dies, um die Vorträge, die oftmals vor Nicht-Juristen gehalten werden, optimal und verständlich zu gestalten.

Geschäftsführernachwuchs-Programm (GFN)

Darüber hinaus bietet sich die Einstiegs- und Ausbildungsmöglichkeit des Geschäftsführungsnachwuchs-Programms (GFN) der Arbeitgeberverbände an. Innerhalb des bis zu zwei Jahren andauernden Programms lernt man die verschiedenen Verbandsstrukturen kennen und baut ein wichtiges Netzwerk für die künftige Zusammenarbeit auf.

LL.M. – Master of Laws im Arbeitsrecht

Natürlich besteht auch in diesem vielfältigen Berufsfeld die Möglichkeit, in den unterschiedlich gefragten Rechtsgebieten zu promovieren oder aber einen Master of Laws zu erwerben. Dieser kann beispielsweise an der Universität Münster erworben werden oder auch an einer Vielzahl ausländischer Universitäten wie beispielsweise an der University of Johannesburg. Die Vorteile eines LL.M. in Deutschland liegen zum einen in den günstigeren Kosten (ca. 11.000 €) und zum anderen darin, dass dieser berufsbegleitend absolviert werden kann. Der Nachteil besteht offenkundig darin, dass der „Blick über den deutschen juristischen Tellerrand“ hinaus nicht besteht und Fremdsprachenkenntnisse nicht erweitert werden.

Interviews mit juristischen Arbeitgebern im Arbeitsrecht

Video-Interview mit Rechtsanwältin Katharina Domni zu ihrer Tätigkeit im Arbeitsrecht bei Beiten Burkhardt

IURRATIO Jobs Mitarbeitervideo mit Rechtsanwältin Katharina Domni von der Kanzlei Beiten Burkhardt. https://www.youtube.com/watch?v=jQjYglLTh-8 Auszug - Die Fragen zur Tätigkeit im Arbeitsrecht   Stellen Sie sich und Ihren Werdegang...

Interview: Anwaltliche Karriere im Arbeitsrecht bei Kliemt

Im Rahmen des Specials sprach Iurratio mit Herrn Dr. Alexander Ulrich, personalverantwortlicher Partner bei Kliemt & Vollstädt, über Anforderungen und Perspektiven einer anwaltlichen Tätigkeit im Arbeitsrecht für Berufseinsteiger.

Interview mit RiArbG Daniel Obst

Berufsspecial: Arbeitsrecht Interview mit Herrn Daniel Obst Daniel Obst ist seit 2010 Vorsitzender Richter der 7. Kammer beim Arbeitsgericht Mannheim. Daneben steht er der 2. Kammer...

Rechtsprechung mit arbeitsrechtlichen Bezügen

Unwirksamkeit einer in AGB vereinbarten Kündigungsfrist von drei Jahren?

Das BAG hat entschieden, ob ein Arbeitnehmer durch eine erhebliche Verlängerung seiner Kündigungsfrist in Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf drei Jahre auch dann unangemessen benachteiligt wird,...

Betriebsübergang: Wiedereinstellungsanspruch im Kleinbetrieb?

Das BAG hat entschieden, ob ein Wiedereinstellungsanspruch nur Arbeitnehmern zustehen kann, die Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz (KSchG) genießen (Urteil vom 19.10.2017 – 8 AZR...

Neue Rechtsprechung zur Verbindlichkeit einer unbilligen Weisung des Arbeitgebers

Inwiefern Arbeitnehmer einer "unbilligen Weisung" ihres Arbeitgebers demnächst Folge leisten müssen, hat der Fünfte Senat des BAG kürzlich neu entschieden (Urteil 14.09.2017 – 5...

Kann Alter von 60 Jahren als Kündigungsgrund vereinbart werden?

Das OLG Hamm hat entschieden, ob das Erreichen eines Alters von 60 Jahren im Dienstvertrag mit einem GmbH-Geschäftsführer als Altersgrenze vereinbart werden kann, die...

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