Budgetplanung im Referendariat

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Jede/r Referendar/in erhält eine monatliche Unterhaltsbeihilfe von dem jeweiligen Bundesland. Eine goldene Nase verdient niemand damit. Mit ein paar Tipps und Tricks kommt man aber dennoch gut über die Runden. Hierfür erstellt man zuerst eine genaue Budgetplanung. Dadurch erlangt man einen Überblick über die Ausgaben und Einnahmen.

Zunächst muss herausgefunden werden was einem während des Referendariats zusteht und welche Verdienstmöglichkeiten überhaupt existieren. Im nächsten Schritt erstellt man eine genaue Budgetplanung.

Wie viel Unterhaltsbeihilfe steht mir zu?

Wie viel Unterhaltsbeihilfe einem zusteht ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Die Spanne reicht dabei von 1030,00 € bis 1358 € brutto. Die Unterhaltsbeihilfe wird immer am Ende eines Monats überwiesen.

Nebentätigkeit während des Referendariats

Referendare dürfen grundsätzlich eine Nebentätigkeit während des Referendariats ausüben. Die Nebentätigkeit muss in der Regel vom Präsidenten des Ausbildungsgerichtes genehmigt werden. Wenn der juristische Vorbereitungsdienst gefährdet erscheint kann eine Nebentätigkeit untersagt werden. Wie viel man mit der Nebentätigkeit einnehmen darf regeln die jeweiligen Bundesländer selber. Je nach dem wie hoch das Gehalt aus der Nebentätigkeit ist kann die Unterhaltsbeihilfe gekürzt werden. In der Regel ist aber bei einem zusätzlichen Einkommen von 450 € nicht mit einer Kürzüng zu rechnen.

Zusätzliche finanzielle Unterstützung

An andere finanzielle Unterstützungen ist auch zu denken. Beispielsweise kommen Kindergeld, Wohngeld oder ein Zuschlag zu der Unterhaltsbeihilfe in Betracht:

Wer sich in einer Berufsausbildung befindet – wozu das Referendariat zählt -, dem steht bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres Kindergeld zu.

ÜBERLASSE DEINE MÜNDLICHE PRÜFUNG NICHT DEM ZUFALL!

Referendare können auch bei ihrer zuständigen Wohngeldbehörde einen Antrag auf Wohngeld stellen. Ob man einen positiven Bescheid erhält hängt jedoch vom Einzelfall und von dem jeweiligen Bundesland ab.

Wer verheiratet ist und/oder Kinder hat, dem steht jeweils ein Zuschlag zu der Unterhaltsbeihilfe zu. Beide Zuschläge sind allerdings separat zu beantragen. Die dazu notwendigen Formulare findet man auf den betreffenden Seiten der Ausbildungsgerichte.

Budgetplanung

Der erste Schritt ist nun erfolgreich beendet und man weiß wie viel Geld einem monatlich zur Verfügung steht. Im zweiten Schritt beginnt die konkrete Planung. Es werden zunächst die Einnahmen und Ausgaben aufgelistet.

Im Folgenden erstellen wir eine beispielhafte Budgetplanung, die jeder auf sich persönlich anpassen kann.

Schritt 1: Auflisten der Einnahmen

Als erstes bestimmt man die Nettoeinkünfte.

  • Unterhaltsbeihilfe:                1000 €
  • Nebentätigkeit:                      450 €
  • gesamte Nettoeinkünfte:    1450 €

Schritt 2: Ausgaben bestimmen

Nun bestimmt man seine Ausgaben. Hierbei wird zwischen Fixkosten und variablen Kosten unterschieden. Die Fixkosten bleiben jeden Monat gleich hoch, wobei die variablen Kosten monatlich schwanken können. Es sollten aber auch die variablen Kosten bestimmt werden, um einen besseren Überblick über die Ausgaben zu behalten.

Fixkosten

  • Mietkosten:                          450 €
  • Mobilkosten:                          30 €
  • Hobbys (Fitnessstudio):      40 €
  • gesamt:                                520 €

 

Variable Kosten

  • Lebenshaltung:                  200 €
  • Mobilität:                              80 €
  • Freizeit:                               200 €
  • Referendariat:                   150 €
  • gesamt:                              630 €

Schritt 3: Rücklagen schaffen

Nach Abzug der Kosten sind in unserem Beispiel noch 300 € verfügbar. Da während des Referendariats keine Rentenbeiträge anfallen kann man einen monatlichen Betrag in eine private Altersvorsorge investieren. Mit dem Rest kann man eine Rücklage für Unvorhergesehenes aufbauen. Diese hilft einem, falls man für eine Station ins Ausland möchte oder einen Verbesserungsversuch – der ca. 500 € kostet – wahrnehmen möchte.

Schritt 4: verschiedene Konten anlegen

Verschiedene Konten mit unterschiedlichen Aufgaben und Zwecken können sehr hilfreich sein. In unserem Beispiel arbeiten wir mit drei Konten.

Auf das erste Konto – am besten ein Onlinekonto – werden die Einnahmen überwiesen. Von diesem Konto lässt man auch alle Fixosten direkt abbuchen.

Konto Nummer zwei ist ein normales Girokonto mit EC-Karte. Auf dieses Konto überweist man von Konto 1 monatlich den jeweiligen Betrag für die variablen Kosten als Dauerauftrag.

Das dritte Konto ist das „Sparkonto“. Am Ende des Monats wird alles was auf den Konten 1 und 2 ist auf das Konto 3 überwiesen. Im Alltag sollte man kein Geld von dem Konto 3 nehmen. Das „Sparkonto“ sollte für den „Notfall“ nur verwendet werden.

Fazit

Wer seine Finanzen plant und kontrolliert beendet das Referendariat stressfreier und ohne große finanzielle Sorgen.


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