Die Vielfalt des Schwerpunkts Teil IX – Strafrecht und Kriminalpolitik in Europa

Heute stellt euch Daniel Buljevic den Schwerpunktbereich "Strafrecht und Kriminalpolitik in Europa" vor, den er an der Universität Bremen absolvierte.

Teilen

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, euch die Vorzüge des juristischen Schwerpunktstudiums nahezubringen. Nicht, indem wir Vor- und Nachteile aufzählen, sondern indem wir euch die Vielfalt des Schwerpunktes zeigen.

Das gesamte Studium über lernen wir das Gleiche, eine Möglichkeit, Alleinstellungsmerkmale zu erwerben, besteht meist nur außerhalb der universitären Veranstaltungen, die Prüfungsinhalt der ersten Pflichtfachprüfung sind.

Der Schwerpunkt bietet die Möglichkeit, praxisnah neue Fertigkeiten zu erwerben und sich intensiv mit einem neuen (vielleicht Rand)Gebiet zu befassen.
Aus diesem Grund werden wir euch in dieser Reihe exotische und interessante Schwerpunktbereiche aus ganz Deutschland vorstellen.

Schwerpunktbereich „Strafrecht und Kriminalpolitik in Europa (Universität Bremen)

Wir machen weiter mit Daniel Buljevic. Er studierte an der Universität Bremen und befindet sich mittlerweile im Vorbereitungsdienst beim OLG Celle. Mittlerweile ist er Lehrbeauftragter für Zivilrecht an seiner Universität. Heute stellt er uns den Schwerpunktbereich „Strafrecht und Kriminalpolitik in Europa“ vor, den er gewählt hat.

Daniel_Buljevic_

Welchen Schwerpunkt hast du gewählt und aus welchem Grund?

Ich habe 2013 an der Universität Bremen den Schwerpunkt „Strafrecht und Kriminalpolitik in Europa“ abgeschlossen. Der Schwerpunkt hatte nach einem Professorenwechsel ein gutes Standing und die verantwortliche Professorin hatte ein herausragendes Programm erarbeitet. Unter anderem hatten wir als Gastdozenten Mark Pieth von der FIFA, den Verteidiger von Murat Kurnaz, der seinerzeit Gefangener in Guantanamo war sowie einen US-Staatsanwalt aus Kalifornien, der american criminal law & procedure dozierte.

Welche Leistungen muss man an deiner Fakultät erbringen, um das Schwerpunktzeugnis zu kriegen? Wie sind die Erfordernisse?

Zunächst waren für die Zulassung zur Abschlussarbeit das Bestehen von 2 Seminaren (bestehend aus 2 schriftlichen Arbeiten und 2 mündlichen Vorträgen) und 2 Vorträgen notwendig. Daneben musste ein Grundlagenschein erworben werden, dieser ist in Bremen für alle Schwerpunkte obligatorisch. Weiterhin musste neben einer bereits abgeschlossenen Schlüsselqualifikation eine weitere absolviert werden.

Wie beliebt ist dein Schwerpunkt?

Wenn ich mich recht erinnere gab es immer einen NC für den Schwerpunkt. Allerdings sank die Beliebtheit stark, nachdem der Notenschnitt gesunken ist.

Wie war die Betreuungssituation? Sind Praktiker eingebunden?

Ich fand die Betreuung herausragend. Durch den NC waren wir eine relativ kleine Gruppe. Die Verantwortliche hatte immer ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte der Studenten.
Als Praktiker waren bei uns ein lokaler Strafverteidiger sowie ein bundesweit bekannter Revisionsspezialist aktiv.

Wie schätzt du den Praxisbezug ein/ wie die Examensrelevanz und wie die Relevanz für das Referendariat?

Der Praxisbezug hält sich m.E.n. in Grenzen. Dies liegt aber auch in der Natur der Sache, da das SP-Studium ja eher als wissenschaftliche Verwirklichung ausgelegt ist. Die Examensrelevanz hat sich bei uns darauf beschränkt, dass es ein Seminar über die aktuelle BGH-Rechtsprechung gab. Allerdings war immer eine Teilnahme am Examensklausurenkurs möglich.

Für das Referendariat sind meiner Meinung nach andere Fähigkeiten gefragt. Gerade für den staatsanwaltlichen Sitzungsdienst zählen neben einem ausgeprägtem Judiz vor allem Improvisationsvermögen und Selbstsicherheit. Hinsichtlich der Klausuren ist eine noch pointiertere Schwerpunktsetzung essentiell.

Was hat dir an deinem Schwerpunktbereich gefallen? Wo siehst du Verbesserungsbedarf?

Als sehr gut empfand ich die Verknüpfung mit der Promotionsordnung; will heißen, man hatte bereits im Schwerpunkt die Möglichkeit, nach herausragender Leistung eine Promotionsofferte zu erhalten. Verbesserungsbedarf sehe ich eher bundesweit. Es fehlt den Schwerpunkten an Vergleichbarkeit. Bei uns war bspw. der Notendurchschnitt deutlich unter dem Bundesschnitt. Hier wäre es doch eine tolle Möglichkeit, wenn Universitäten sich hinsichtlich der Abschlussprüfungen austauschen würden. Dies würde jedenfalls zu mehr Transparenz führen.

 


Anzeige Banner (728x90)
Teilen