Interview – Anwaltsstation bei BMH BRÄUTIGAM (Referendariatsstation)

Die Wahl der richtigen Anwaltsstation fällt schwer - wir wollen Euch helfen: Heute haben wir die Kanzlei BMH BRÄUTIGAM zu den Bedingungen einer Anwaltsstation (Wahlstation) befragt

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Wer sich im Referendariat befindet, steht oft vor der Entscheidung, wo er seine Anwalts- und oder Wahlstation ableisten möchte.

Das Angebot ist nur schwer zu überblicken und erscheint den meisten unübersichtlich. Dabei bleibt für eine sorgfältige Auswahl meist nicht viel Zeit.

Damit ihr euch nicht blind und orientierungslos bei vielen Kanzleien bewerbt ohne wirklich zu wissen, ob ihr ins Anforderungsprofil passt oder die Kanzlei euch das bietet, was ihr sucht, haben wir es uns zum Ziel gemacht, den „Markt“ etwas transparenter zu gestalten.

Deswegen sind wir auf einzelne Kanzleien zugegangen und haben sie zur Ausgestaltung der von ihnen angebotenen Referendarstellen befragt.

So könnt ihr ohne wenig Aufwand ein besseres Bild von der Kanzlei gewinnen und den Mehrwert einer Wahl- oder Pflichtstation in der Sozietät besser einschätzen.

Wir wollen euch dadurch mehr Transparenz in der juristischen Arbeitswelt ermöglichen.

Teil 1 der Serie: Anwaltsstation bei BMH BRÄUTIGAM (Referendarstation)

ÜBERLASSE DEINE MÜNDLICHE PRÜFUNG NICHT DEM ZUFALL!

Aus diesem Grund haben wir heute die Kanzlei Bräutigam und Partner zu ihrem Angebot an Referendarstellen befragt.

Iurratio: Welche Kapazitäten hat Ihr Unternehmen für Referendare in ihrer Anwalts- oder Wahlstation? Nach welchen Kriterien werden diese ausgewählt?

Wir bilden gleichzeitig 2 bis maximal 3 Referendare aus, pro Jahr durchschnittlich etwa 8-10. Die Auswahl erfolgt zunächst nach Examens-/Stationsnoten und dann nach dem Eindruck aus dem persönlichen Gespräch. Gesucht werden Referendare, die Lust haben, etwas zu lernen und sich aktiv in die Mandate einzubringen. Was wir nicht wollen, sind reine Sachbearbeiter oder Leute, die Kanzleinamen für ihren Lebenslauf sammeln. Frei nach dem Motto: „Die Großkanzlei will Sie, Sie aber nicht die Großkanzlei.“

Iurratio: Wie bilden Sie Referendare aus? Wie ist die Betreuungssituation?

Jeder Referendar hat einen Associate als Mentor, an den er sich immer wenden kann. Inhaltlich sind unsere Referendare nicht einem einzelnen Dezernat/Fachbereich zugeteilt, sondern es können im Grundsatz alle Anwälte auf sie zugreifen. Präferenzen werden aber natürlich nach Möglichkeit berücksichtigt und nach einer Weile ergibt sich ein Schwerpunkt meist von selbst.

Die Referendare werden je nach Vorkenntnissen und (vor allem) persönlichem Engagement direkt in die Mandatsarbeit eingebunden. Diese reicht über Recherchetätigkeiten über die Erstellung erster Vertrags-/Schriftsatzentwürfe bis zur Teilnahme an Mandantenbesprechungen oder auswärtigen Terminen. Bei einfachen Verfahren vor dem Amtsgericht kommt auch eine selbständige Terminsvertretung in Betracht. Unsere Referendare werden also zwar überwiegend am Schreibtisch ausgebildet, aber trotzdem „on the job“.

Iurratio: Welche Aufgaben können Referendare übernehmen, wie viel Verantwortung tragen sie?

s.o.; Wie viel Verantwortung wir unseren Referendaren übertragen, hängt wesentlich von den Vorkenntnissen und natürlich der Qualität der bisherigen Arbeitsergebnisse ab. Im Einzelfall haben Referendare sogar schon Teile eines Börsenprojekts (weitgehend) eigenständig geprüft und (kleine) Transaktionen vorbereitet. Wir suchen Macher und geben diesen je nach Befähigung auch die Gelegenheit, sich mehr oder weniger intensiv einzubringen.

Iurratio: Was erwarten Sie sich als Kanzlei von der Bereitstellung der Stellen für Referendare? Ist eine dauerhafte Übernahme möglich?

Zum einen nehmen wir unseren Ausbildungsauftrag ernst: Jeder Anwalt der Kanzlei war selbst einmal Referendar und weiß daher, wie wichtig eine gute Ausbildung in der Anwalts- und Wahlstation ist – und auch, dass man trotzdem Zeit zur Vorbereitung auf das Examen braucht. Zum anderen sollen uns unsere Referendare in der Mandatsarbeit unterstützen und entlasten. Teilweise sind sie an speziellen Rechtsfragen sogar näher dran als die Anwälte, da Uni und Zivilstation oft nicht lange zurück liegen und sie daher noch „voll im Stoff“ sind. Des Weiteren ermöglicht uns die Ausbildung der Referendare, Kontakt zu jungen Juristen und künftigen Berufskollegen aufzubauen bzw. zu erhalten.

Eine dauerhafte Übernahme als Anwalt ist bei guten Erfahrungen und entsprechender Kapazität möglich: Drei Vollpartner und ein Associate waren vor ihrem Berufseinstieg Referendare bei BMH bzw. Lovells.

Iurratio: Wie denken Sie profitiert ein Referendar in Hinblick auf seine juristische Karriere davon, gerade bei Ihnen die Anwalts- oder Wahlstation abgeleistet zu haben?

Obwohl keine „internationale Großkanzlei“, genießen wir einen sehr guten Ruf und arbeiten auf höchstem Niveau. Dadurch, dass unsere Referendare keinem Dezernat fest zugeordnet werden und daher zwangsläufig in alle Bereiche „hineinschnuppern“ müssen, lernen sie sich verschiedenen Aufgabenstellungen und Anwaltstypen zu stellen. Bei uns werden Referendare nicht ins Hinterzimmer gesetzt, um lange Vermerke zu verfassen, bei uns „kämpfen“ sie gemeinsam mit den Anwälten an „vorderster Front“.
Wer eine intensive Betreuung auf Großkanzleiniveau sucht, ist bei uns richtig.

Iurratio: Wie unterstützen Sie Referendare bei der Examensvorbereitung?

Für uns ist selbstverständlich, dass das Examen Priorität hat. Daher unterstützen wir unsere Referendare etwa durch flexible Arbeitstage und die Möglichkeit, diese gegen Ende der Station zu reduzieren. Während der praktischen Ausbildung werden die Referendare bei examensnahen Fragestellungen oder Tätigkeiten nach Möglichkeit eingebunden. Vor dem mündlichen Examen bieten wir unseren (ggf. ehemaligen) Referendaren ein simuliertes Prüfungsgespräch inklusive Aktenvortrag an.

Iurratio: Zahlen Sie eine zusätzliche Vergütung?

650 € pro Wochenarbeitstag


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