Interview: Eine anwaltliche Tätigkeit im Energiewirtschaftsrecht

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Berufsspecial: Eine anwaltliche Tätigkeit im Energiewirtschaftsrecht

Interview mit Dr. Matthias Elspaß (Clifford Chance) zu einer anwaltlichen Tätigkeit im Energiewirtschaftsrecht

Iurratio: Welche Leistungen bietet Clifford Chance seinen Mandanten in Bezug auf das Energiewirtschaftsrecht an?

Herr Dr. Elspaß: Wir bieten unseren Mandaten eine vollumfassende Beratung entlang der Wertschöpfungskette. Unsere Beratung umfasst die Energieerzeugung, die Regulierung des Netzbetriebes, das Energie-Umweltrecht und Genehmigungsrecht sowie die Beratung zu Energiehandel und Energievertrieb. Unsere Schwerpunkte liegen dabei zum einen auf der Beratung zu Transaktionen und Projekten im Energiesektor und zum anderen auf der Begleitung von hochkomplexen Genehmigungsverfahren. Unser Team hebt sich durch eine besonders starke Marktdurchdringung positiv von zahlreichen Mitbewerbern ab. Unsere Mandanten profitieren von unserer langjährigen Erfahrung. Unsere Erfahrung reicht von Mandaten in der Projektfinanzierung (z.B. zu innovativer Strukturierung von Kraftwerksfinanzierungen), über umfassende Corporate Finance/M&A-Erfahrung (z.B. Stadtwerke- und Kraftwerksbeteiligungen, Joint Ventures und Umstrukturierungen) bis hin zum Kartellrecht oder Arbeitsrecht. Unsere Prämisse lautet: „One Firm – One Team“. Hiernach stellen wir je nach Aufgabenstellung Teams zusammen und liefern Beratung mit Überschneidungen zu sämtlichen Rechtsgebieten, sei es das Immobilienwirtschaftsrecht, das Arbeitsrecht, das Marken- und Wettbewerbsrecht, Litigation oder Steuerrecht. Aus unserer Sicht kommt es heute mehr denn je auf die Gesamtbetrachtung unter Einbeziehung aller möglicherweise zu bearbeitenden Rechtsfragen an, also auf das „Energiewirtschaftsrecht im weiteren Sinne“.

Iurratio: Wen vertritt und berät Clifford Chance im Bereich des Energiewirtschaftsrechts?

Herr Dr. Elspaß: Wir beraten die gesamte Branche, beispielhaft seien genannt: RWE, EnBW AG, Vattenfall Europe, STEAG, EWEAG, zahlreiche Stadtwerke, RheinEnergie AG, SüdWestStrom, Amprion, TenneT TSO GmbH, Statnett, Statkraft, GEKKO, zahlreiche (finanzierende) Banken und Investoren.

Iurratio: Das Energiewirtschaftsrecht ist stark europarechtlich geprägt. Wie wichtig sind im Beruf ausgeprägte Kenntnisse im EU-Recht, das im Studium häufig nur in Grundzügen behandelt wird?

Herr Dr. Elspaß: Unerlässlich ist ein fundiertes Grundverständnis der Funktionsweise des Europarechts und der Europäischen Institutionen. In den vergangenen Jahren ist ein wachsender Einfluss des Europarechts auf die nationalen Gesetzgebungsprozesse und Gerichtsentscheidungen festzustellen. Wesentliche Weichenstellungen erfolgen über den EuGH in Luxemburg, auch die Regelungsdichte nimmt zu.

Iurratio: Wie sind Sie zu Clifford Chance gekommen?

Herr Dr. Elspaß: Clifford Chance war schon zum damaligen Zeitpunkt im Energiewirtschaftsrecht sehr renommiert. Aufgrund meiner Vorbefassung mit der Materie und meines Interesses am Energiewirtschaftsrecht habe ich mich auf eine Stellenausschreibung beworben und hatte das Glück, eingeladen zu werden.

Iurratio: Wie sieht der Alltag eines Anwalts im Bereich des Energiewirtschaftsrechts aus? Gibt es Fälle, die häufiger auf Ihrem Schreibtisch Ianden?

Herr Dr. Elspaß: Typischerweise beschäftige ich mich mit allen Fragen rund um das Planungs- und Genehmigungsrecht und das Energiewirtschaftsrecht, einschließlich Projekten und Transaktionen. Hier geht es etwa um die Planung und den Bau großer Leitungs- und Infrastrukturvorhaben, von Kraftwerken oder klassischen Industrieanlagen. Meist ausgehend vom öffentlichen Recht, beraten wir mit unseren jeweiligen Experten zu allen aufkommenden Fragen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Iurratio: Was macht das Energiewirtschaftsrecht für Sie gerade so spannend?

Herr Dr. Elspaß: Für mich ist das Energierecht eines, wenn nicht das Thema mit der größten aktuellen politischen Relevanz. In wenigen anderen Rechtsgebieten haben sich die politischen Vorgaben in einem so kurzen Zeitraum jemals so schnell und so drastisch geändert. Es macht mir Spaß, ganz nah an dieser infrastrukturellen und rechtlichen Mammutaufgabe mitzuarbeiten.

Iurratio: Welche Einstiegsmöglichkeiten haben Studenten, Referendare und Assessoren bei Clifford Chance im Bereich des Energiewirtschaftsrechts?

Herr Dr. Elspaß: Wir sind immer auf der Suche nach herausragenden Nachwuchsjuristen mit Begeisterung für ihren Beruf und für das Energierecht. Sowohl Studenten und Referendaren als auch Assessoren bieten wir Positionen, entsprechend ihrer jeweiligen Qualifikation. Was wir brauchen, ist nicht nur herausragende Arbeit, sondern auch ein besonderes Engagement für unsere Mandanten, denn die Zufriedenheit unserer Mandanten ist unser wichtigstes Ziel. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Anfänger mit offenen Armen im Team aufgenommen werden. Die jeweiligen Karrieremöglichkeiten richten sich im Rahmen der Vorgaben der Sozietät nach den individuellen Plänen und natürlich der Leistung.

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Iurratio: An welchen Sozietäts-Standorten wird dieses Rechtsgebiet behandelt?

Herr Dr. Elspaß: Das Energierecht wird ganz überwiegend von unserem Düsseldorfer Büro betreut, aber auch Kollegen aus Frankfurt und aus München bringen sich mit ihrem Fachwissen ein und bilden mit uns das Energie- und Infrastrukturteam.

Iurratio: Hatten Sie einen abschließenden Tipp für Studenten, die sich für eine Karriere im Bereich des Regulierungs- oder speziell des Energiewirtschaftsrechts interessieren? Wo kann man im Studium Schwerpunkte hierzu setzen?

Herr Dr. Elspaß: Ich empfehle Studenten, möglichst frühzeitig in die anwaltliche Praxis „hineinzuschnuppern“, zum einen um den Vergleich zwischen Vorstellung und Wirklichkeit zu haben, zum anderen aber auch, um spätere Planungen auf eigenen Erfahrungen aufbauen zu können. Unis wie Köln, Berlin, Bochum, Göttingen oder Bonn fallen mir als erste ein, doch gilt auch hier: Das Energierecht hat Konjunktur. Es freut mich, dass das Fach zunehmend in den Vorlesungsverzeichnissen auftaucht.


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