Masterprogramme

Eine weitere Möglichkeit für Juristen zum Erwerb zusätzlicher Qualifikationen neben der Promotion ist der sogenannten Master of Laws oder abgekürzt „LL.M.“ (Magister Legum). Dieser kann an einer Universität in Deutschland oder im Ausland in der Regel innerhalb von ein bis zwei Studienjahren erworben werden. Der Aufbau und der Inhalt des Studiums unterscheiden sich je nach Hochschule stark.

Der Master of Laws wird vor allem bei den großen international agierenden Kanzleien als besonders wertvolle Zusatzqualifikation angesehen. Neben der zusätzlichen fachlichen Qualifikation und der damit verbundenen Eröffnung beruflicher Perspektiven, bietet ein LL.M.-Studium im Ausland natürlich auch eine ganz persönliche Bereicherung. Besonders empfehlenswert ist ein solcher Abschluss im englischsprachigen Raum. Teilweise geben große Kanzleien für den LL.M. einen Gehaltsaufschlag.

Die in Deutschland angebotenen LL.M. Programme dienen dazu, sich auf einen Bereich des deutschen Rechts zu spezialisieren. Die ausländischen Programme stehen für hervorragende Englischkenntnisse, interkulturelle Kompetenz, persönliche Reife, internationale Rechtskenntnisse, Organisationstalent, Flexibilität, Engagement und Selbstbewusstsein, um für einen längeren Zeitraum ins Ausland zu gehen.

Die Finanzierung eines LL.M. ist dabei unterschiedlich kostspielig. Maßgeblich dafür, wo das Studium angetreten wird, sind das Land, die Stadt und die Universität. Ein LL.M. in Deutschland oder im nah angrenzenden Ausland ist finanziell erheblich leichter zu stemmen als in Übersee. Aber auch im Ausland gibt es erhebliche Unterschiede in der Höhe der Studiengebühren, der Lebenshaltungskosten, sowie bei einmaligen Ausgaben wie Anreise- und Abreisekosten. So sind zwar im Ansehen bei den Arbeitsgebern die USA und Großbritannien höher angesiedelt als Australien und Neuseeland, allerdings sind diese vereinzelt erheblich günstiger.

Vor diesem Hintergrund stellt die Finanzierung des LL.M.-Studiums für viele Interessierte die wohl größte Hürde dar. Man kann insoweit nur empfehlen, sich frühzeitig für ein Stipendium zu bewerben. Zum Teil gewähren auch die Law Schools selbst eine gewisse Reduzierung der Studiengebühren bei geeigneten Kandidaten.

Ein sehr gut geeigneter Zeitpunkt ist unmittelbar nach dem ersten Staatsexamen. An dieser Stelle besteht ohnehin eine gewisse inhaltliche Zäsur zu der sich anschließenden Ausbildung im Referendariat. Bei ausländischen LL.M. Programmen ist sicherlich ein Nachteil, dass man durch die inhaltliche Pause vom deutschen Recht die materiellen Rechtskenntnisse nicht unmittelbar mit ins Referendariat nehmen kann.