Karriereziele der Studierenden der Rechtswissenschaften

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Aus der Artikelreihe zum Universum Student Survey 2016 – Teil 3: Karriereziele der Studierenden der Rechtswissenschaften


Work-Life-Balance und persönliche Weiterentwicklung wichtiger als finanzielle Kompensation

Die Millennials, also die heute etwa 18- bis 30-Jährigen, gelten als eine Generation, der eine adäquate Work-Life-Balance und die persönliche Weiterentwicklung im Job wichtiger sind als finanzielle Kompensation. Mit Blick auf die Studierenden bietet der Universum Student Survey 2016 hierfür einen Beleg: Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben ist demnach das wichtigste langfristige Karriereziel der Studierenden. Es folgen Jobsicherheit, intellektuelle Herausforderung, der Wunsch, eine Führungskraft in leitender Position zu werden sowie im Job unternehmerisch und kreativ zu sein. Insgesamt wurden für die Studie mehr als 45.000 Studierende in Deutschland befragt – selbstverständlich auch aus den Rechtswissenschaften. Bezüglich ihrer Karriereziele stellen sie keine Ausnahme dar: Auch für sie ist die Work-Life-Balance das wichtigste langfristige Karriereziel, gefolgt von der Jobsicherheit und der intellektuellen Herausforderung. 

Frauen ist Work-Life-Balance wichtiger als Männern / Männer wollen Führungskraft sein

Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den weiblichen Studierenden der Rechtswissenschaften und ihren männlichen Pendants. Zwar hat die Work-Life-Balance sowohl bei den weiblichen als auch bei den männlichen Studierenden oberste Priorität, doch für die Frauen ist sie noch wichtiger als für die Männer: Während 59 Prozent der Frauen die Work-Life-Balance als eines der drei wichtigsten Karriereziele nennen, sprechen sich nur 45 Prozent der Männer für dieses langfristige Karriereziel aus. Auch die Sicherheit des Arbeitsplatzes ist den Frauen besonders wichtig: 56 Prozent der Frauen nennen die Jobsicherheit als eines der drei wichtigsten Karriereziele, aber nur 38 Prozent der Männer. Den Männern wiederum ist es wichtiger, eine Führungskraft mit leitender Funktion zu sein. Die Hälfte der Männer, aber nur 31 Prozent der Frauen nennen dies als wichtiges Karriereziel.

Positives Arbeitsklima wichtigster Aspekt der Work-Life-Balance

Wenn man die Nachwuchsjuristen fragt, was sie mit Work-Life-Balance verbinden, nennen sie in erster Linie die folgenden drei Aspekte: ein positives Arbeitsklima, dass sich Familien- und Karriereplanung nicht stören und finanzielle Stabilität. Demgegenüber werden flexible Arbeitszeiten und flexible Arbeitsbedingungen weniger häufig angeführt. Dies zeigt, dass ein sogenanntes Work-Life-Blending, also das Verschmelzen von Arbeit und Freizeit, das durch neue Technologien wie Cloud-Lösungen für die Online-Zusammenarbeit im Prinzip möglich wäre, von der Generation der Digital Natives zumindest bislang nicht massiv nachgefragt wird – oder aber als gegeben vorausgesetzt wird.

Treiber der Arbeitgeberattraktivität

Neben den geschilderten langfristigen Karrierezielen sind jedoch auch die konkreten kurzfristigen Erwartungen an einen Arbeitgeber interessant. Um herauszufinden, was einen Arbeitgeber für junge Talente besonders attraktiv macht, hat Universum ein Rahmenwerk der sogenannten Treiber der Arbeitgeberattraktivität entwickelt, die vier verschiedene Dimensionen abdecken: das Ansehen und Image des Arbeitgebers, Gehalt und Aufstiegsmöglichkeiten, das soziale Umfeld und Eigenschaften des Arbeitsplatzes sowie die Anforderungen des Jobs. Wenn man diesen Aspekt betrachtet, zeigt sich, dass ein Arbeitgeber für die Nachwuchsjuristen dann besonders attraktiv ist, wenn er ein attraktives Grundgehalt, vielfältige Arbeitsaufgaben und ein hohes Einkommen in der Zukunft bietet.

Herausforderung für Arbeitgeber der Nachwuchsjuristen

Für die Arbeitgeber ist nicht nur das eine Herausforderung. Denn viele der Nachwuchsjuristen lehnen hierarchische Strukturen und Herrschaftswissen ab und erwarten fortlaufendes Feedback von ihren Vorgesetzten – so ein weiteres Ergebnis der Studie. Gefragt ist ein Managementstil, der sich in vielerlei Hinsicht von tradierten Strukturen unterscheidet. Arbeitgeber sind gut beraten, wenn sie die Prioritäten dieser Generation kennen und ihre Strukturen entsprechend anpassen.

Alle Beiträge zur Universum Student Survey 2016:

Der Universum Student Survey (Teil 1) Universum Student Survey – Top Arbeitgeber Rechtswissenschaften 2016 (Teil 2) Karriereziele der Studierenden der Rechtswissenschaften 2016 (Teil 3) Karriereprofile: Studierende der Rechtswissenschaften sind „Hunter“ (Teil 4) Welche Wünsche werden an einen Job gestellt? Teil 5 Welche Branchen werden bevorzugt? Teil 6

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