Das Staatsexamen

Genau genommen heißt es nicht das Staatsexamen, sondern die Staatsexamina. Denn auf dem Weg zum (Voll-)Juristen hat man zwei dieser Prüfungen zu absolvieren: Das Erste und das Zweite Staatsexamen. Diese benötigt man gem. §1 1 JAPO u.a. für die Befähigung zum Richteramt. Auch eine Anwaltszulassung kann erst mit Beiden beantragt werden.

Das Staatsexamen dient als Abschluss des Studiums bzw. des Referendariats und soll die Befähigung zum Juristen nachweisen. Während man für das Erste Examen „nur“ den Studienlernstoff -also das materielle Recht- benötigt, ist das Zweite Examen eingekleidet in einen prozessualen Rahmen.

Beim Staatsexamen handelt es sich –wie unschwer am Namen erkennbar- um eine Staatsprüfung. Also eine zentral vom Staat gestellte Prüfung. Diese besteht aus mehreren schriftlichen, fünfstündigen Klausuren und in der Regel einer mündlichen Prüfung. Alleine die Prüfungszeit verlangt von den Prüflingen körperlich vieles ab. Bereits hier wird die Belastbarkeit gemessen.

Absolviert man beide Examina ist man Volljurist. Nach dem Ersten ist man Diplomjurist oder Rechtsassesor. Absolviert man dann zwei Jahre Referendariat schreibt man das Zweite, dessen Note aufgrund des Praxisbezugs entscheidender ist. Ziel aller Studenten ist es ein zweimal „VB“ zu erreichen. Also zwei sogenannte Prädikatsexamen mit der Note „Vollbefriedigend“. Diese Note hat man ab 9 Punkten erreicht.