Skandal – Mit zwei Plagiaten zur Jura-Professur

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Wenn man glaubt, man hätte schon alle Abgründe gesehen und es könnte einen nichts mehr schockieren, belehrt einen das (Juristen-)Leben stets eines Besseren. So war es auch dieses Mal. Die Nachricht, die uns am 13.Mai aus Flensburg, genauer gesagt von der Europa-Universität Flensburg erreichte, schafft dies in bisher unbekanntem Ausmaß.

Offenbar Doktorarbeit und Habilitation mit Plagiaten von über 35 Prozent

Eine Juristin, die derzeit eine Professur an der Universität ausübt, hat offenbar sowohl in ihrer Doktorarbeit (1993) als auch in Ihrem Habilitation (2004) an der Goethe-Universität Frankfurt a.M. Plagiate angefertigt.

Wie das „Flensburger Tagesblatt“ berichtet, soll die Juristin nach einer Analyse der Plagiatsjäger der Plattform „VroniPlag Wiki“ sowohl in ihrer Doktorarbeit („Die Eingliederung der ehemaligen DDR in die Europäische Gemeinschaft unter dem Aspekt der staatlichen Beihilfen“) als auch in ihrer Habilitationsschrift („Das Recht der Europäischen Zentralbank. Unabhängigkeit und Kooperation in der Europäischen Währungsunion“) wörtlich und sinngemäß Texte übernommen und die Quellen nicht gekennzeichnet haben.

Die „Goethe-Universität wurde offenbar bereits „durch einen Studierenden über den Verdacht eines Plagiatsfalles im Hinblick auf die Habilitation von Frau Prof. Gaitanides informiert“ und die Kommission zum Umgang mit wissenschaftlichem Fehlverhalten der Goethe-Uni hat sich bereits mit dem Verdacht befasst „und der Hochschulleitung nach eingehender Auseinandersetzung mit dem Sachverhalt empfohlen, den Fachbereich Rechtswissenschaften über den Plagiatsverdachtsfall zu unterrichten“.
Auf den bisher analysierten Seiten hat die Plattform „VroniPlag Wiki“ in der Dissertation offenbar einen Anteil von 41 Prozent an Plagiaten und in der Habilschrift rund 38 Prozent dokumentiert.

Mehr Informationen im Artikel des Flensburger Tageblatt


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