Der Schwerpunktbereich im Jurastudium

Der Schwerpunktbereich gilt als einer der Filetstücke des Hauptstudiums und hat besonders durch den Einfluss der Bewertung auf die Examensnote eine gehobene Bedeutung. Die Benotung des Schwerpunktbereichs steht als „universitärer Teil“ mit auf dem Abschlusszeugnis des Ersten Examens und fließt zu 30% in die Gesamtnote ein. Die Absolvierung des Schwerpunktbereichs gestaltet sich meist als besonders stressiger Zeitabschnitt, was weniger an dem Bereich an sich, und mehr an den sonstigen Anforderungen eines vorbildlichen Durchmarschs durch die Studienordnung liegt.

Die Herausforderung liegt in den anderen Aufgaben, die zeitgleich, also zwischen dem vierten und sechsten Semester, bewältigt werden wollen. Insbesondere an der Einbindung in die Vorbereitung auf die staatliche Pflichtfachprüfung (staatlicher Teil des ersten Staatsexamens). Eine gute Vorbereitung und Planung spart hier viel Leid und Verzweiflung. Im Optimalfall gibt der Schwerpunktbereich eine Gelegenheit zum Ausbau persönlicher Vorlieben.

Der richtige Zeitpunkt

Der Schwerpunkt ist Bestandteil des Hauptstudiums und wird dementsprechend meist parallel zu den Großen Übungen durchlaufen, wenn es denn die Leistungs- und Lernbereitschaft zulässt. Wenn nicht, macht es absolut Sinn, beides hintereinander abzuarbeiten und auf kosten von Zeit bessere Noten zu erzielen. Je nach Bundesland ist es aber teilweise auch möglich, den Schwerpunkt erst nach dem Ablegen der staatlichen Pflichtfachprüfung zu absolvieren, so beispielsweise in NRW.

Der richtige Schwerpunkt

Die Auswahl des richtigen Schwerpunktes kann von verschiedenen Seiten angegangen werden. Nie daneben liegt man, wenn man ein Fach wählt, mit dem man bereits gute Erfahrungen gemacht hat, sei es aus persönlichem Interesse und/oder der wohlwollenden Benotungspraxis des jeweiligen Lehrstuhls. Persönliches Interesse ist von allen Motivationsgründen wohl immer der beste Weg, gute Ergebnisse zu erreichen.

Ein anderer Ansatz ist die Wahl eines Schwerpunktbereichs, der einen möglichst großen Teil des Examensrelevanten Stoffs umfasst, um auf diese Weise auch schon für den staatlichen Teil mitzuarbeiten (bspw. Verwaltungsrecht). Hier gilt die Empfehlung, sich den Lehrstoff, den der jeweilige Schwerpunktbereich vorgibt, genau anzuschauen, und auf seine Examensrelevanz zu überprüfen. Ein wichtiger Ratgeber sind an dieser Stelle auch immer höhere Semester, die dieses Stadium bereits durchlaufen haben und von eigenen Erfahrungen berichten können. Nicht verkehrt ist auch der Besuch einer entsprechenden Vorlesung um einfach mal in die Materie zu schnuppern und weitere Erfahrungen einzuholen.

Zuletzt kann man den Schwerpunktbereich natürlich auch an der angestrebten beruflichen Zukunftsperspektive ausrichten und ein Fach wählen, dass sich im CV gut in die anderen Qualifikationen eingliedert und den angestrebten Weg vorzeichnet. In diesem Fall wäre z.B. für das Ziel Wirtschaftskanzlei der Fachbereich Wettbewerbsrecht der Rechtsgeschichte vorzuziehen.

Natürlich unterscheiden sich die einzelnen Schwerpunktbereiche auch hinsichtlich ihrer Anforderungen. Während die klassischen Fächer oft auch entsprechend frequentiert sind, kann es sich durchaus lohnen, ein Randgebiet auszuwählen. Der leichte Weg ist hinsichtlich der bestmöglichen Note und Vereinbarung mit der Examensvorbereitung garantiert kein falscher.

Grundsätzlich kann man zum Schwerpunktbereich festhalten, dass die Benotung und der zu erbringende Aufwand in hoher Abhängigkeit zum jeweiligen Lehrstuhl und seinen Anforderungen steht. Engagement über Gebühr zahlt sich hier – anders als im staatlichen Teil wo man in der Beurteilung nicht mehr als eine Nummer ist – aus.

Schwerpunkte setzen - Eure Erfahrungen

  • Teil XI – Law and Finance – Lara-Letizia Milione