Was ist eine Rechtsanwaltsboutique?

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Alternative Jobmöglichkeiten nach dem Jurastudium

Was ist eine Rechtsanwaltsboutique?

Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur Großkanzlei

Viele Jurastudenten träumen von einer Karriere in der Großkanzlei Sie erhoffen sich schnelle Aufstiegschancen und einen hohen Verdienst. Doch was für Alternativen bieten sich für den jungen Volljuristen zur Großkanzlei? Insbesondere interessant erscheint hierbei die Rechtsanwaltsboutique. Viele Fragen sich, was eine solche Boutique von den anderen Kanzleiformen unterscheidet und welche Vor- und Nachteile diese hat?

Was bedeutet „Boutique“?

Das Wort „Boutique“ stammt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie „kleiner Laden“. Bereits daraus lässt sich ableiten, dass Rechtsanwaltsboutiquen kleiner und gegebenenfalls spezialisierter arbeiten, als Großkanzleien in der gleichen Branche. Trotzdem zählen auch sie mit teils mehr als 50 Berufsträgern nicht zu den kleinen Kanzleien.

Rechtsgebiete

Auch die Rechtsanwaltsboutiquen beraten vornehmlich im Zivilrecht und dabei im Wirtschaftsrecht. Zudem gibt es auch einige im Öffentlichen und Strafrecht.

Diesen gemein ist, dass sie keine allumfassende Beratung bieten. Vielmehr haben sie sich auf die Beratung in speziellen Rechtsgebieten konkretisiert. Beispielsweise dem Wirtschafts- und Vergaberecht oder Bank- und Kapitalmarktrecht.

Dabei bietet die Kanzleiboutique nicht die komplette Palette des Wirtschaftsrechts an, sondern richtet sich je nach Kanzlei mit besonders ausgebildeten Spezialisten an ausgesuchte Mandate und Gebiete.

Mandate

Ähnlich wie die Mandate der Großkanzleien besteht die Mandantschaft der Boutiquen aus Wirtschaftsunternehmen. Hierbei beschränken die Rechtsanwaltsboutiquen sich jedoch auf ein spezielleres und meist kleineres Gebiet. Sie bieten speziellere Beratung in eigens ausgesuchten Fachgebieten und sind somit Ansprechpartner für Unternehmen, die absolute Spezialisten in dem jeweiligen Problemfeld suchen.

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Häufig handelt es sich um Dauermandate und die Fluktuation der der Mandanten hält sich gering. So kann ein enges Vertrauensverhältnis zu den beratenen Unternehmen entstehen.

Interne Organisation

Im Unterschied zur momentanen Situation in der Großkanzlei bieten die Rechtsanwaltsboutiquen flache Hierarchien und meist für den Berufseinsteiger bereits frühen Mandantenkontakt. Zudem ist die Kanzleikultur häufig von „kurzen Wegen“ innerhalb der Organisation geprägt und durch die kleinere Belegschaft ist eine intimere Kommunikation zwischen Berufseinsteiger und Partner möglich.

Karrierechancen

Durch die flache Hierarchien kann die Chance auf eine Ernennung zum Partner in den Rechtsanwaltsboutiquen deutlich höher sein als in den größeren Kanzleien. Die Arbeitsbelastung liegt im Vergleich etwas niedriger. Mit weniger als 55-60 Std. Arbeitszeit pro Woche ist jedoch auch in den Boutiquen nicht zu rechnen.

Dementsprechend liegt auch das Gehalt unter dem in der Großkanzlei. Je nach Kanzlei ist mit einem Einstiegsgehalt von 60.000 – 90.000 € im ersten Jahr zu rechnen.

Rechtsanwaltsboutique ja oder nein?

Abschließend lässt sich sagen, dass jeder für sich selbst entscheiden muss, in welcher Art von Kanzlei er arbeiten möchte. Je nachdem, welches Rechtsgebiet und welche Gehalts- und Arbeitsvorstellungen einem vorschweben, kann eine Großkanzlei oder eine Rechtsanwaltsboutique die Arbeitsstelle der Wahl sein. Natürlich ist auch die „einsame Wolf“ Taktik oder die Anstellung in einer kleinen Kanzlei einen Blick wert.


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